Adolf Hitlers "Mein Kampf" erschien in einer kritischen Ausgabe. Ist schon ausverkauft.

So wie das Buch während seines Erscheinens dem deutschen Führerkult diente, diente sein Verbot hauptsächlich dem Verführerkult der deutschen Nachkriegsgeschichte. Es bleibt zu hoffen, dass die Banalität des Orginals trotz der unzähligen Anmerkungen noch zum Vorschein kommt. Ihre gedankliche Munition beziehen Ewiggestrige, Neonazis und Rechtsradikale wohl aus ganz anderen Quellen. Deshalb ist die ganze Aufregung umsonst, eine Phantomdiskussion. Und eine Behandlung von Hitlers „Mein Kampf“ im Geschichtsunterricht ist überflüssig, weil rückwärtsgewandt. Vor dem Buch habe ich keine Angst, aber vor manchen Leuten, die es lesen und falsch verstehen. Gewalt und Todesverliebtheit bleiben übrig, wo echter Glaube fehlt. So kann man das Dritte Reich und dieses Machwerk überschreiben. Das echte Christentum wollte man nach den Junden ausmerzen, Bücher wurden verbrannt und hinterher die Menschen. Wir wissen, was geschehen ist, und jetzt schauen wir nach vorne! Durch Gottes Gnade und Vergebung haben wir Zukunft. 

Es ist Februar 1939. Hitler ist nahezu auf dem Zenit seiner Macht. Er wähnt sich unanfechtbar. Er bekommt den Brief eines 24-jährigen Buchhalters der Tübinger Kreissparkasse. Theodor Roller schreibt: „Ich will Ihnen die Verlogenheit Ihrer Grundlage unbarmherzig aufdecken und nun deutsch mit Ihnen reden: Als Christ nenne ich Sie einen Lügner und als Deutscher den größten Volksschädling, der je deutsche Erde betrat!“. Am 18. März wird Roller von der Gestapo verhaftet. Von einem Sondergericht wird er „freigesprochen“ und bis Kriegsende in eine psychiatrische Klinik verbannt. Er, der Hitler mit einem Wort zutreffend als „Wahnsinnigen“ charakterisierte, wird als wahnsinnig weggesperrt. Hans-Joachim Lang schreibt über Roller: „Eine Bombe hätte er nicht gebaut. Sein Prinzip lautete Offenheit, seine Waffe war das Wort, seine Entschlossenheit ruhte in Gott.“  Theodor Roller starb am 30.10.2008. Theodor Rollers Aufbegehren gegen Hitler. (Hoffmann & Campe Verlag, Hamburg)