Erinnerung an das Evolutionsstreitgespräch im Audimax der Technischen Universität München.

Evolutionstheorie: Erklärungen überzeugten nicht

 Die Evolutionstheorie ist weit davon entfernt, naturwissenschaftlich bewiesen zu sein. Diese Ansicht vertrat der Mikrobiologie Prof. Siegfried Scherer in einem Streitgespräch mit dem Biologen und Philosophen Mathias Gutman.
Wie „idea“ berichtete, legte Scherer im Audimax der Technischen Universität München vor rund 500 Zuhörern dar, dass es für entscheidende Annahmen der Evolutionstheorie keine überzeugenden Erklärungen gebe.

Als Beispiel nannte der Mikrobiologe die Entstehung der ersten Zelle, die sich vor mehreren hundert Millionen Jahren in der „Ursuppe“ aus den vorhandenen Stoffen Wasser, Schwefel, Methan und Ammoniak gebildet haben soll. Doch sei es bei allen Versuchen, im Labor die Ursuppe nachzubilden, nicht gelungen, alle zur Entstehung des Lebens notwendigen biochemischen Bausteine zu erzeugen.

Scherer verwies auch darauf, dass es völlig ungeklärt sei, wie Erbinformationen aus der Aneinanderreihung von Aminosäuren entstanden sein sollen. Alle Wahrscheinlichkeitsberechnungen kämen zum Ergebnis, dass die Entstehung solcher Informationen durch rein natürliche Prozesse nicht möglich sei. Wie entstand die biologische Information?

Dann beschrieb Siegfried Scherer beispielhaft ein weiteres konkretes Problem für die Evolutionstheorie, und zwar den „Motor“ des Kolibakteriums, dessen Geisseln (Flagellen) aus Eiweissmolekülen bis zu 50000 Umdrehungen pro Minute schaffen. Scherer betonte, dass es völlig unbekannt sei, wie ein derart komplizierter Bakterienmotor aus einem evolutionären Mechanismus heraus entstanden sein soll. Damit veranschaulichte er gleichzeitig ein wichtiges Argument im Rahmen des „Intelligent-Design“-Konzepts, das unter anderem so argumentiert, dass es nicht-reduzierbar-komplexe Systeme gibt, die nur als Ganzes funktionieren. Wie sind sie entstanden, wer hat die Komplexität geformt?

Als wissenschaftlich bewiesen ist für Scherer hingegen die „Mikro-Evolution“. Sie verläuft innerhalb des Genpools einer Art und bringt beispielsweise verschiedene Affen oder Vögel hervor. Doch der ehrenamtliche Vorsitzende der Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“ unterstrich, dass die Makro-Evolution, bei der sich nach der Theorie aus einfacheren Lebewesen komplexere Formen entwickelt haben sollen, nicht zu beobachten ist. Deshalb gelte für die grundlegenden Positionen der Evolutionstheorie, das man nicht wisse, wie das vor sich gegangen sein soll.

Biologe und Philosoph Mathias Gutman liess sich nicht auf die Detailkritik an der Evolutionstheorie ein. Seiner Meinung nach hat die Evolutionstheorie die Aufgabe zu erklären, durch welche natürlichen Prozesse die Welt so geworden sei, wie man sie heute vorfindet. Man könne deshalb selbst dann am Prinzip der Evolutionstheorie festhalten, wenn sämtliche Einzelaspekte widerlegt seien. Die Aufgabe des Naturwissenschaftlers bestehe dann darin, bessere Modelle zur Erklärung der Entwicklung des Lebens auszuarbeiten.

Gutman machte darauf aufmerksam, dass die Evolutionstheorie eine vergleichsweise junge Wissenschaft sei. Auch in Physik und Chemie habe es Jahrhunderte gebraucht, bis ein Lösung für grundlegende Probleme gefunden worden sei. – Veranstaltet wurde das Diskussionsforum durch eine christliche Hochschulinitiative von Professoren und Studenten.

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