Gottloser Massenmörder möchte vor seinem Tod eine Bibel.

lawrentij_berija

Ehe am 23. Dezember 1953 Berija, der langjährige Polizeiminister und Gestapochef Russlands, vor die Wand gestellt wurde, verlangte er nach einer Bibel. Diese Meldung des Vatikansenders, die zuverlässig zu sein scheint, erweckt die zwiespältigsten Gedanken. Der große Christenverfolger – und Berija ist einer gewesen – suchte seinen letzten Trost in einem Buch, das er zuvor millionenfach getreten und zerstampft hatte. Er hatte zehntausende Gläubige in die Zwangslager geschickt, er hatte um ihres Glaubens willen Millionen das Kreuz der Verfolgung und Pein aufgeladen, nun suchte er in letzter Stunde selbst die Hilfe des Gekreuzigten. Einer der Mächtigsten dieser Erde – und Berija gehörte zu den Mächtigsten – war bereit, zum letzten Gang das Bußhemd anzuziehen.

Einer der größten Leugner, Lästerer, Henker und Folterknechte suchte im letzten Augenblick den Frieden mit dem Obersten Richter. Konnten 24 Stunden der Reue und des Schuldbe-kenntnisses 50 Jahre des Amoklaufes gegen Gott aufheben? Konnte Gott diesem seinem Sünder wirklich gnädig sein? Der Christenglaube lehrt die Macht der Gnade und die Macht des Menschen, auch im aussichtslosesten Augenblick noch die Hand der Verzeihung ergreifen zu können. Auch ein Berija konnte es.

Berija bat um die Bibel. Nur – hat man sie ihm gegeben? Konnte er noch einmal die Gleichnisse über Sünde und Vergebung nachlesen? Darüber wird nichts berichtet. Die Akten sind geschlossen. Die Gottlosen wollen, dass die Welt Berija als Verbrecher und nicht als Bekehrten im Gedächtnis behält. zeltmacher.eu/berija-und-die-bibel/#more-6287