Vor bald 73 Jahren starb unsere Schwester Sophie Scholl.

»So habe ich noch niemanden sterben sehen!«, sagte der Scharfrichter am 22. Februar 1943 nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl. Er war zutiefst beeindruckt davon, wie die beiden Geschwister dem Tod entgegentraten. Sie waren die Initiatoren der »Weißen Rose« gewesen und hatten sich mit Flugblättern gegen das Naziregime gestellt. Darin prangerten sie die Judenverfolgung an und riefen das deutsche Volk zum Widerstand auf.

Treibende Kraft war ihr Glaube an Gott und damit verbunden ihr Empfinden für Freiheit und Gerechtigkeit. »Es muss ein sichtbares Zeichen des Widerstandes von Christen gesetzt werden. Sollten wir am Ende dieses Krieges mit leeren Händen vor der Frage stehen: Was habt ihr getan?« Nur vier Tage nach ihrer Verhaftung wurden sie zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tag durch das Fallbeil hingerichtet. Kurz vor der Hinrichtung durften sie noch einmal miteinander sprechen. »In wenigen Minuten sehen wir uns wieder!«, sagte Christoph Probst, ein weiteres Mitglied der Gruppe. Sie waren gehalten von der Gewissheit, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass sie sich in Gottes herrlichem Reich wiedersehen würden.

Wer Gott kennt und mit ihm lebt, wer um die Vergebung seiner Sünden weiß, der braucht keine Angst vor dem Sterben zu haben. Christen, die neues Leben aus Gott haben, wissen, dass der Tod nur ein Durchgang ist in die nicht sichtbare Wirklichkeit Gottes. Manfred Siebald singt: »Ich gehe weiter, nur ein wenig weiter, geh’ in Gottes Licht hinein.« Dieses Wissen gibt auch den Mut, sich furchtlos auf die Seite der Gerechtigkeit zu stellen und nicht sein Fähnchen nach dem Wind zu hängen.