WANN IST EIN MANN – EIN MANN?

Mit dieser Frage befasste sich Herbert Grönemeyer schon in seinem wohlbekannten Hit (1984); dichterisch gekonnt beschrieb er das Spannungsfeld, in dem die Herren der Schöpfung sich zurechtzufinden haben: „Männer sind furchtbar schlau und stark, sie stehen ständig unter Strom, sind schon als Baby blau, machen alles ganz genau, führen Kriege, kaufen Frauen, baggern wie blöde, bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit, …“ – sie konnten sich einfach alles erlauben. Gleichzeitig jedoch: „Männer weinen heimlich, sie sind verletzlich und brauchen viel Zärtlichkeit… sie haben’s schwer, nehmen’s leicht, außen hart und innen ganz weich…“

Dies schien seit jeher das bekannte, klassische Männerbild zu sein. Männer wurden mal als unwiderstehliche Machos und coole Sprüchemacher, mal als patriarchale Familienernährer wahrgenommen. Auf jeden Fall dominant, schlau und stark.

In den letzten Jahrzehnten hat sich eine Menge getan. Im Zuge der Emanzipation sind Frauen unabhängiger, selbstbewusster geworden – zum Teil auch zurecht, weil das „stärkere Geschlecht“ oft genug seine Stellung missbraucht und/oder seine Verantwortungen nicht wahrgenommen hat. Derzeit haben Frauen zudem die eindeutig streitbarere Lobby: die Weiblichkeit wird idealisiert, viele Frauen stehen „ihren Mann“ im Beruf, Normen werden von Frauen gesetzt, entsprechende Quoten erfolgreich durchgeboxt.

(Selbsternannte) Trendsetter wollen uns gleichzeitig weismachen, dass die „Männlichkeit“ nicht mehr erstrebenswert sein soll. Typisch männliche Eigenschaften (z.B. Wetteifer, Angriffslust, Zielstrebigkeit) seien heutzutage nicht mehr erwünscht, dafür jedoch z.B. Charme, (emotionale) Intelligenz, Kompetenz, gepflegtes Äußeres, usw.

Dennoch sprechen aktuelle Umfragen eine sehr deutliche Sprache: Frauen wünschen sich in der Tat Männer, die vormals eher „weibliche“ Zuständigkeitsbereiche (z.B. Hausarbeit, Windeln wechseln, Wäsche waschen) übernehmen wollen; vielmehr aber „echte Kerle“, die z.B. problemlos einparken, handwerklich begabt sind und keine Angst vor Spinnen haben.

Man(n) hat es heutzutage nicht leicht, die richtige Mischung zu finden; viele Teenager sind stark verunsichert und irren herum auf der Suche nach der eigenen Identität. Ob sie’s wissen oder nicht: sie befinden sich in einem Prozess, der ganz individuell verläuft. Während Manche im frühen Alter schon Reife zeigen, werden Andere erst viel später „erwachsen“.

Somit müsste die Frage eigentlich lauten: „Wie WIRD ein Mann – ein Mann?“

Es gibt ein uraltes „Handbuch zum Leben“, das weise und extrem praktische Ratschläge enthält; wer sie befolgt, stellt fest, dass sie selbst in der Postmoderne „funktionieren“. Sie sind eben Prinzipien, die der Schöpfer selbst festgelegt hat.

Ein echter Mann lernt demnach:

- sich selbst IM ZAUM zu halten. Schon jetzt wissen Forscher, dass wir nicht nur „testosterongesteuert“ sind. Ausreden, dass „Hormone“ für ungebührliches Verhalten verantwortlich seien, ziehen nicht (mehr). Er genießt durchaus die schönen Seiten des Lebens, ohne sich dabei vom Spaßfaktor leiten lassen. Dazu lehrt die Bibel u.a.: „Es ist besser, geduldig zu sein als mächtig; es ist besser, Selbstbeherrschung zu besitzen, als eine Stadt zu erobern.“ (Sprüche 16:32)

- WORT zu halten, selbst wenn er dadurch Nachteile im Kauf nehmen muss. Gerade diese VERBINDLICHKEIT ist das „Gütesiegel“ eines gefestigten Charakters. „Es ist besser, du gelobst nichts, als daß du nicht hältst, was du gelobst.“ (Prediger 5:4). Sprüche 12:22 findet deutlichere Worte: „Der Herr [Gott] verabscheut die, die ihr Wort nicht halten, aber Er hat Freude an denen, die es erfüllen.“

- alle Frauen RESPEKTVOLL zu behandeln. Sie sind keine Ware, auch nicht „minderwärtiger“ selbst wenn sie „schwächere Gefäße“ sind: „[ermahne...] ältere Frauen wie Mütter, jüngere wie Schwestern, in aller Reinheit.“ (1.Timotheus 5:1-2)

- das Herz eines Mädchen EHRBAR zu gewinnen: „… ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen“ (1.Thes 4,3-5).

- seine Frau SELBSTLOS zu lieben. Er darf nicht an potentielle Vorteile denken, die eine bestimmte Beziehung mit sich bringen könnten. Vielmehr soll er sich selbst, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen – auch wenn er selbst dabei zu kurz kommen sollte.: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat…“ (Eph 5:25).

- TREU zu sein. Nicht die Anzahl der „Eroberungen“ beeindruckt, sondern vielmehr die Hingabe an eine Frau, die Mann (einst vielleicht lediglich emotional ge)liebt (hat). Ein Ehegelöbnis gilt „bis dass der Tod Euch scheidet“. Jesus Christus bestätigte diese Lehre, die bereits im Alten Testament verankert war: „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“ (Matthäus 19:5-6)

- VERANTWORTUNG für Andere zu übernehmen – auch in Sachen „Nachwuchs“. Er lässt sie mit dieser weitreichenden Entscheidung nicht allein. Gott will Familie, soweit sie realisierbar ist: „Kinder sind ein Geschenk des Herrn…“ (Psalm 127:3).

Jetzt mal „Hand aufs Herz“, die Herren: eine krass hohe Messlatte, oder etwa nicht?

Beabsichtigt Gott etwa uns zu frustrieren oder gar erdrückende Lasten aufzuerlegen? Ganz im Gegenteil: Er kennt unsere Unzulänglichkeiten, Er weiß um das Versagen vergangener Tage. Er bietet dennoch ein Deal an: „Ich aber will ihnen ein einträchtiges Herz geben, ja, ich will einen neuen Geist in euer Innerstes legen; und ich will das steinerne Herz aus ihrem Leib nehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben…“ (Hesekiel 11:19).

Damit ist ein Neuanfang, eine „Neugeburt“ gemeint, wenn Gott – mit unserem Einverständnis – unser Leben „auf dem Kopf stellt“. Er bringt uns bei mehr und mehr wie Er selbst zu denken, beurteilen, entscheiden. Er ist kein ferner, unnahbarer Gott, sondern will Anteil an unserem Alltag haben, ja mit uns „durch dick und dünn“ gehen: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11:28-30).

Wage es ab heute solch ein Mann zu werden!