Wie wäre es mit einem Gedankenexperiment?

Stellen Sie sich kurz vor, ein Bekannter macht Ihnen (gut begründet) glaubhaft, dass am Ausgang der Ortschaft, in der Sie wohnen, ein Koffer mit 100.000€ versteckt liegt. Ich weiß, das ist nicht sehr realistisch, aber nehmen wir einmal an, es wäre wirklich so: Würden Sie sich nicht alsbald auf den Weg machen und die Aussage Ihres Bekannten überprüfen wollen?

Wahrscheinlich ja – denn zum einen stufen Sie seine Information ja als „möglich“ ein, zum anderen haben Sie auch nichts zu verlieren, wenn Sie sich auf die Suche begeben. Genauso ist es im Grunde bei der Suche nach Gott: Wenn Sie auch nur eines der vorgebrachten Argumente zum Schluss haben kommen lassen, dass die Existenz Gottes vielleicht doch möglich ist, spricht nichts Wichtiges mehr dagegen, sich auf die Suche nach ihm zu begeben.

Es ist freilich immer noch nicht gesagt, dass Ihre Suche letztendlich von Erfolg gekrönt ist – „möglich“ heißt schließlich nicht „definitiv“. Aber alleine schon die gut begründete Aussicht, dass das mit Gott vielleicht doch stimmen könnte, plus die Tatsache, dass Sie (außer etwas Zeit) nichts zu verlieren haben, wenn Sie sich auf die Suche begeben, dürften sicherlich schon genug Ansporn sein. Und natürlich dürfen und sollen Sie dabei auch nach wie vor Ihren gesunden Menschenverstand eingeschaltet lassen.