Guido Westerwelle ist verstorben. Der ehemalige Außenminister wurde 54 Jahre alt.

Zuerst Späth und gleich danach Westerwelle: sie geht dahin, die alte Bundesrepublik. Für diesen Vollblutpolitiker war das ganze Leben ein Kampf. Ein Kampf um Aufmerksamkeit, Stimmen und Anerkennung für seine Partei und vor allem für sich selbst. Er wollte immer allen beweisen, dass er es kann und er konnte es. Aber den Kampf gegen den Krebs hat er jetzt verloren. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ äußerte sich Guido Westerwelle auch über die Folgen der Leukämie-Erkrankung. „Sie glauben gar nicht, was der Mensch alles aushält“, sagte der ehemalige Vizekanzler. „Schlimm war, als ich dachte, ich muss sterben. Ich wollte und ich will unbedingt weiterleben.“
Westerwelle musste sich damals an der Universitätsklinik Köln einer Chemotherapie unterziehen. Im vergangenen Herbst bekam er dort dann auch eine Knochenmark-Transplantation. Das hat ihm zwischenzeitlich geholfen.
Dann trat der FDP-Politiker wieder in der Öffentlichkeit auf. Jetzt ist er überraschend verstorben. Der bekennende Homosexuelle und evangelische Christ äußerte sich sehr ambivalent zum Thema Gott und Glaube.
Als FDP-Vorsitzender befürwortete er einen Gottesbezug in der EU-Verfassung: „Allerdings würde ich eine gemeinsame Verfassung auch nicht scheitern lassen, wenn der Gottesbezug nicht drin wäre.“
Aber das reicht nicht, um als geretteter Sünder bei Gott angenommen zu werden.
Beileid für all seine Angehörigen und Freunde. Als einmal ein weiser Mann zur Besichtigung eines luxuriösen Anwesens gebeten wurde. Als dieser dann durch die herrschaftlichen Villen und die gepflegten Gärten ging, sagte er zu seinen Freunden: »Das sind die Dinge, die es uns schwer machen zu sterben.«
Die Bibel: „Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.“