Heute vor ca. 2000 Jahren. Der Einzug Jesu Christi in Jerusalem.

”Am folgenden Tag, als eine große Volksmenge, die zu dem Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und riefen: Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfohlen.“ Dies verstanden seine Jünger zuerst nicht; jedoch als Jesus verherrlicht war, da erinnerten sie sich daran, dass dies von ihm geschrieben war und sie ihm dies getan hatten. Die Volksmenge, die bei ihm war, bezeugte nun, dass er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn aus den Toten auferweckt hatte. Darum ging ihm auch die Volksmenge entgegen, weil sie hörte, dass er dieses Zeichen getan hatte. Da sprachen die Pharisäer zueinander: Ihr seht, dass ihr gar nichts ausrichtet; siehe, die Welt ist ihm nachgegangen.”

(Johannes 12)

Innerhalb von zwanzig Jahren kamen zwei international prominente Personen des 19. und 20. Jahrhunderts nach Jerusalem. Beide betraten die Stadt durch das bekannte Jaffa-Tor: Als der deutsche Kaiser Wilhelm II. am 29. Oktober 1898 Jerusalem besuchte, ritten er uns seine Frau auf weißen Schimmeln und mit einem großen Gefolge durch dieses Tor in die Stadt ein. Sie gaben damit das Bild von Eroberern ab. Ganz anders verhielt sich der britische Feldmarschall Edmund Allenby. Im Verlauf der Kämpfe zwischen der britischen Heeresmacht auf der einen und den osmanischen bzw. deutschen Truppen auf der anderen Seite, fiel die Stadt nach der Niederlage der deutsch-osmanischen Kräfte im Jahr 1917 an die britischen Sieger. Am 7. Dezember 1917 erging der Befehl an die osmanischen Truppen, Jerusalem zu räumen und zwei Tage später, am 9. Dezember 1917 erfolgte die Kapitulation. Wiederum zwei Tage später, am 11. Dezember 1917, zog der britische General Edmund Allenby in Jerusalem ein. Normalerweise wäre jeder siegreiche Kriegsherr auf einem Pferd in die Stadt eingezogen. Doch Allenby, der große Teile des damaligen ”Palästinas” erobert hatte, stieg, am Jaffa-Tor angekommen, von seinem Pferd ab und betrat Jerusalem zu Fuß. Weder Fanfarenklänge noch Salutschüsse waren zu hören. In seiner offiziellen Verlautbarung hieß es, dass Allenby dies aus Respekt vor der ”Heiligen Stadt” getan habe. Aus anderen Quellen geht hervor, dass Allenby, ein bekennender Christ, gesagt habe, niemand solle als Eroberer nach Jerusalem einreiten, bis es der (wieder-)kommende Messias getan habe und dass er auch nicht ”in gleicher Weise wie mein Herr Jesus Christus in diese Stadt einziehen” wollte. Dabei entstand das bekannte Bild, das auch über diesem Artikel zu sehen ist.
Was immer Allenbys Gründe waren, eines ist sicher: Er war sich seines Handelns im Zusammenhang mit seinem Einzug in Jerusalem sehr bewusst.
Im Gegensatz dazu, sind sich viele Christen der Bedeutung, die der Einzug Jesu in Jerusalem hatte, weniger bewusst. Zu Recht legen Christen eine starke Betonung auf die Geschehnisse am Ende der so genannten ”Passionswoche”: der Kreuzigung, dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi.
Dennoch ist der Einzug Jesu nach Jerusalem nicht unbedeutend. Das wird schon allein daran deutlich, dass alle vier Evangelien dieses Ereignis erwähnten (Matthäus 21, 1 – 11; Markus 11, 1 – 11; Lukas 19, 29 – 40; Johannes 12, 12 – 19). Viele Ausleger gehen davon aus, dass Johannes von den Ereignissen der ”Passionswoche” in ihrer chronologischen Reihenfolge berichtet, während Matthäus und Markus in ihren Evangelien größeren Wert auf die thematischen Schwerpunkte legen.
Johannes berichtet in den ersten Versen dieses Kapitels von einem letzten Essen, zu dem der Herr Jesus Christus und Seine Jünger im Haus der Geschwister Martha, Maria und Lazarus in Bethanien bei Jerusalem weilten, sowie von der Salbung Jesu durch Maria (Johannes 12, 1 – 11).
Dann wechselt der Evangelist zu den Ereignissen des folgenden Tages und damit zum Einzug des Herrn in Jerusalem (Johannes 12, 12 – 19). Kommentatoren weisen darauf hin, dass dies die einzige Gelegenheit war, zu der der Herr Jesus Christus zuließ, dass die Volksmengen Ihm öffentlich huldigten. /mt1820today.wordpress.co…gen-zu-johannes-12-12-19/

 




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