Todesanzeige Jesus Christus.

Todesanzeige-Ostern2011

Das Grab ist drei Tage später leer. Er ist auferstanden.

Das war der Preis, den Christus zahlte

Wir können nicht ermessen, wie groß die Todesleiden unseres Heilands waren, aber wenn wir sie betrachten und einen vagen Einblick bekommen, erlangen wir ein wenig Vorstellung davon, welch hohen Preis er für uns bezahlte. …

Lasst uns an den Ort gehen, wo er sich gerade noch in ringendem Kampf befand. Was sehen wir dort auf der Erde? Es ist Blut! Woher stammt es? Hatte er eine Wunde, die durch seinen furchtbaren Kampf wieder aufbrach? Nein. »Es wurde aber sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.« Seine Qualen übertrafen alles, wofür dieses Wort je benutzt wurde. Seine Leiden können nicht in Worte gefasst werden. Was war es, das dem Heiland so zu schaffen machte, dass sein Schweiß wie Blutstropfen von seinem Körper rann? Dies ist der Anfang seiner schlimmsten Leidensstunden. Folge ihm wehklagend, du trauernde Gemeinde, um Zeuge der Vollendung seiner Leiden zu werden. Er wird durch die Straßen getrieben, von der einen Anklagebank zur nächsten gezerrt und vom Synedrium verurteilt. Von Herodes wird er verspottet und von Pilatus verhört, dann wird sein Urteil verkündet: »Er werde gekreuzigt!«

Dann erreicht die Tragödie ihren Höhepunkt. Sein Rücken wird entblößt, er wird an eine Säule gefesselt, und die Widerhaken der Geißel werden Schlag auf Schlag in seinen Rücken getrieben. Bald ist sein Rücken über und über von Blut überströmt — ein dunkelrotes Gewand, das ihn zum König der Schmerzen ausruft. Sie verbinden ihm die Augen, schlagen ihn und fragen: »Weissage, wer ist es, der dich schlug?« Sie spucken ihm ins Gesicht, flechten eine Dornenkrone und drücken sie ihm gegen seine Schläfen. Sie werfen ihm ein Purpurgewand um, knien vor ihm nieder und verhöhnen ihn. Schweigend sitzt er da und spricht kein Wort. »Der, geschmäht, nicht wieder schmähte«, sondern sich dem übergab, dem zu dienen er gekommen war. Und nun greifen sie ihn und treiben ihn unter lautem Gejohle und Hohngelächter durch die Straßen. Von beständigem Fasten ausgezehrt und durch den inneren Kampf niedergedrückt, bricht er unter seinem Kreuz zusammen. O, Töchter Jerusalems! Auf euren Straßen stürzt er hin. Sie richten ihn auf und legen sein Kreuz auf die Schultern eines anderen. Sie drängen ihn, weiter zu gehen, vielleicht mit Speerstichen, bis er schließlich den verhängnisvollen Hügel erreicht. Brutale Soldaten packen ihn und schmeißen ihn auf den Rücken. Der Querbalken wird unter ihn gelegt und seine Arme werden bis auf das nötige Maß gestreckt. Sie nehmen die Nägel, und vier Hammerschläge treiben im Nu vier Nägel in die empfindsamsten Stellen seines Körpers. Dort liegt er an seiner Hinrichtungsstätte, um am Kreuz zu sterben. Noch ist es nicht vorbei. Die rohen Soldaten richten das Kreuz auf dem vorgesehenen Sockel auf; es rutscht in die. Vertiefung und wird mit Erde befestigt. Dort steht es.

Aber schaut auf die Gliedmaßen des Heilands, wie sie zittern! Als das Kreuz aufgerichtet wurde, wurde jeder Knochen ausgerenkt! Wie er weint! Wie er ächzt und stöhnt! Nein, hört vielmehr, wie er zuletzt im Todeskampf ruft: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« O Sonne, kein Wunder, dass du deine Augen verschlossest und einer solch grauenvollen Tat nicht länger zusehen konntest! O ihr Felsen, kein Wunder, dass ihr zerschmolzet und eure Herzen vor Mitgefühl zerrisset, als euer Schöpfer starb. Nie hat ein Mensch so gelitten wie dieser. Sogar der Tod selbst ließ sich erweichen und aus den Gräbern erstanden viele auf und kamen in die Stadt Jerusalem.

Das war jedoch nur das äußere Geschehen. Glaubt mir, Brüder, was im Inneren unseres Herrn geschah, war noch viel schlimmer. Was unser Heiland an seinem Körper ertrug, war nichts im Vergleich zum Leid seiner Seele. Wir können nicht ermessen, was er innerlich erlitt. Stellt euch für einen Moment vor – um einen häufig von mir gebrauchten Vergleich zu zitieren – stellt euch einen Menschen in der Hölle vor und nehmt an, seine ewige Strafe könne konzentriert in einer einzigen Stunde über ihn gebracht werden; und dann stellt euch vor, diese Qual könnte multipliziert werden mit der unzählbaren Zahl aller Erlösten. Könnt ihr euch jetzt vorstellen, welch gewaltige Summe an Qualen alle Gläubigen durchmachen müssten, wenn sie in alle Ewigkeit bestraft würden? Bedenkt, dass Christus eine Strafe erleiden musste, die der Summe aller ewigen Höllen eines jeden Erlösten entsprach. Ich kann diesen Gedanken nicht besser ausdrücken, als mit diesen oft zitierten Worten: Es war, als würde die Hölle in seinen Kelch gegossen; er nahm ihn und mit einem schrecklichen Schluck der Liebe verschlang er die Verdammnis bis auf den letzten Tropfen. Für die Seinen blieb somit nichts von den Qualen und Leiden der Hölle übrig. Ich sage nicht, dass er das gleiche ertrug, sondern etwas Gleichwertiges. Er leistete Gott Genugtuung für alle Sünden all der Seinen und brachte Gott folglich den entsprechenden Gegenwert für ihre gesamte Strafe dar.

Könnt ihr nun die große Erlösung unseres Herrn Jesus Christus erahnen? C.H. Spurgeon