Wieder mal der Kotau vor dem Zeitgeist. Lehrerin fügt sich der Dienstanweisung und nimmt ihr Kreuz ab. Aber....

„Im Berliner Wedding sorgte diese Woche ein Lehrerin für einen Eklat: Nachdem sie mehrere Jahre eine auffällige Kruzifixkette im Unterricht getragen hatte, erhielt sie vor einigen Wochen eine Abmahnung der Schulverwaltung. Die Kette verstieß nach Auffassung der Schule gegen das Gesetz zu (religiöser) Neutralität in Klassenzimmern. Die Lehrerin entschied sich daraufhin für die aus ihrer Sicht wohl einzig vernünftige Alternative: Sie tauschte ihr Kruzifix gegen das Ichthys-Symbol. Auf ihr religiöses Bekenntnis in Schmuckform verzichten? Für sie scheinbar keine Option.Viele mögen jetzt fragen, was so schlimm daran ist, ein Kruzifix zu tragen. Darf die Lehrerin sich nicht zu ihrer Religion bekennen? Ist das Kruzifix denn eine Gefahr für Schüler*innen?“ (ze.tt)

Selbst diejenigen, die nicht im christlichen Glauben verwurzelt sind, können kaum in Abrede stellen, dass die kulturellen Wurzeln Europas im Christentum liegen. Ohne den christlichen Glauben hätte es den Humanismus, auf den man sich so gerne beruft, nie gegeben. Die Kunst, insbesondere die Musik, ist tief geprägt vom christlichen Glauben und hat den Menschen auf eine Höhe der Reflexion geführt, die heute leider nicht mehr erreicht wird. Insofern korrespondiert dem Schwund des christlichen Glaubens ein Schwund der Sittlichkeit, und damit der Moral, die auf alle Lebensbereiche einwirkt und zu einer Banalisierung des Lebens führt. So beugt sich der Mensch immer mehr auf das Tier herab und hält das auch noch für seine Befreiung. Es ist die totale Verblendung, die seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts Mitteleuropa prägt und dem kulturellen Abgrund zusteuern lässt. Auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist klar christlich gefärbt. So bezieht sich die Präambel eindeutig und wortwörtlich auf den christlichen Gott.
Der Religionsunterricht ist durch zwei Artikel des Grundgesetzes geschützt, die Religionsfreiheit der einzelnen Lehrer*innen und Schüler*innen übrigens ebenfalls. Einzige Ausnahme bildet die Bremer-Klausel, die allerdings nur in wenigen Staaten gilt. Damt ist die die BRD zwar säkularisiert, aber kein laizistischer Staat.
Zu behaupten, der Religionsunterricht gehöre nicht in die Schule, ist immer schnell gesagt, zumal „Ethik“ ja auch viel wertneutraler klingt. Dabei wird jedoch nicht bedacht, dass auch ein Ethik-Unterricht gewissen Strömungen und Lobbys unterliegt. Dass durch die derzeit bestehende Regel im Gro auch die Religionsfreiheit von Atheisten und Agnostikern geschützt ist, wird häufig nicht gesehen. Jedem steht frei, zu Ethik/Philo/Wert & Normen, ev. Rel. oder kath. Rel zu gehen. Im Idealfall besteht sogar die Möglichkeit des islamischen RU. (Was aber derzeit noch am fehlenden Gesprächspartner scheitert).
Die bestehende Verstrickung von staatlichen und kirchlichen Strukturen in Bezug auf den Religionsunterricht hat zudem eine schützende Funktion in zweierlei Richtung: Kirche und Staat überprüfen einander reziprok. Was passieren kann, wenn dies nicht der Fall ist, sehen wir im 3. Reich in Bezug auf die Schulfrage.
Ich frage mich also, weshalb für „Anspruch auf Säkularisierung und Religionsfreiheit“ plädiert wird, obwohl von falschen Tatsachen ausgegangen wird? Wegen einer Berliner Regel bundesweit was im förderalen (!) Bildungssystem ändern? L.F.